Die am weitesten verbreitete Zeremonie der indianischen Kultur und z.B. in den Great Plains integraler Bestandteil der Sonnentanz-Zeremonie. Daneben waren Schwitzhütten in Irland und vermutlich auch in anderen Teilen der keltischen Welt bekannt.
Das Ritual symbolisiert den Schoß von Mutter Erde und die Beziehungen des Menschen zu allen anderen Teilen der Schöpfung, die auf verschiedene Weise in der und um die Schwitzhütte herum repräsentiert sind. Die meist nur spärlich bekleideten Teilnehmer kauern dabei für ein bis drei Stunden unter einem mit Häuten, Fellen, Decken oder Planen überdachten kuppelförmigen Weidengestell oder Zelt, in dessen Mitte sich glühende Steine oder Ziegel befinden, bisweilen angereichert durch wohlriechende Kräuter.
Intensive Hitze, Enge und Feuchtigkeit sollen eine stark reinigende Wirkung auf Körper, Geist und Seele ausüben und Erfahrungen von der Verbundenheit mit anderen Menschen, der Natur und dem gesamten Kosmos hervorrufen.
Das S. ist nicht zuetzt ein Mittel zur Krankenheilung (z.B. Rheuma), dessen therapeutischer Wert auch von der westlichen Medizin anerkannt ist.
Da Schwitzen in dieser Form ein Ritual ist, gilt selbst das Errichten der Schwitzhütte als heilig und wird zuweilen von Liedern und Gebeten begleitet.
Lit.: Wörterbuch der Völkerkunde. Begründet von Walter Hirschberg. Berlin: Dietrich Reimer, 1999; Uccusic, Paul: Der Schamane in uns: Schamanismus als neue Selbsterfahrung, Hilfe und Heilung: Genf: Ariston, 2001.