Kultisches Klangwerkzeug aus der Klasse der Aerophone, das bei vielen Naturvölkern Afrikas, Amerikas, Melanesiens und vor allem Australiens (Aborigines), aber auch im vorgeschichtlichen Europa belegt ist.
Meist handelt es sich um ein lanzettförmiges Stück Holz mit einem Loch an einem Ende, durch das eine Schnur gezogen wird. Durch rasch kreisende Bewegungen in der Luft wird der Windstrom periodisch unterbrochen, was einen laut summenden bzw. brummenden Ton erzeugt.
Das S. dient zur Begleitung von Initiationszeremonien und ist häufig mit bestimmten Tabuvorschriften belegt. Der generierte Ton wird als Stimme überirdischer Mächte (Ahnen, Geister) gedeutet und findet weltweit auch im Abwehr- und Analogiezauber Verwendung (Anlocken des Donners, Hervorrufen von Regen).
Als kunstvoll geschnitzten Kultgegenstand kannte man das S. schon in den Geheimkulten im alten Griechenland (griech. rhombus). Im alten Ägypten diente es vorwiegend zu Krankenheilungen.
Lit.: Zerries, Otto: Das Schwirrholz: Untersuchung über die Verbreitung und Bedeutung der Schwirren im Kult. Stuttgart: Strecker und Schröder, 1942; Lewis, R.: The Beginnerʼs Guide to Australian Aboriginal Art. The symbols, their meanings and some Dreamtime stories. Canning Vale DC: Fountainhead Press, 3. Aufl. 2004.