Schwindeschema

Beliebte Form, um etwas Unangenehmes (Dämon, Krankheit) loszuwerden. Dabei wird ein magisches Wort ‒ z.B. abracadabra ‒ in Form eines Dreiecks mehrmals untereinandergeschrieben und dabei in jeder Zeile um einen Buchstaben verkürzt, bis es vollkommen verschwunden ist.
Erstmals nachweislich erwähnt wurde die magische Formel > Abracadabra zwischen dem 2. und 4. Jh. von dem römischen Medizinschriftsteller Quintus Serenus in seinem Buch Liber medicinalis, in dem er die Empfehlung abgab, das S. der Zauberformel in einem Amulett bei sich zu tragen, um so Negativem entgegenzuwirken. Mit S. beschriftete Papyri ließen sich gefaltet als Amulett, z.B. an einem Faden um den Hals, mitführen.
Als Inschrift oder Gravur spezieller Zauberworte auf Amuletten im S. sollte das schrittweise Zurückweichen des Bösen angedeutet werden. Man glaubte, so wie das Wort mit jeder Zeile einen Buchstaben verliert, so schwinde etwa auch eine Krankheit.

Lit.: Abracadabra, in: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste, Bd. 1. Leipzig, 1732, Sp. 156f.

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