Schwertlilie

Gehört zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). Der Name Iris ist in der griechischen Mythologie die Verkörperung des Regenbogens, der als Sinnbild der Versöhnung zwischen Gott und den Menschen gilt. Iris war eine Art weiblicher Hermes und Botin und Kurier der Himmelsgöttin Hera zwischen göttlicher und menschlicher Welt. Sie holte aber auch die Seelen verstorbener Frauen und Mädchen von der Erde ab, um sie entlang der Bahn des Regenbogens zum neuen Bestimmungsort zu geleiten. Möglicherweise leitet sich von daher der Brauch, in Griechenland und Kleinasien die Gräber weiblicher Verstorbener mit weißen Schwertlilien zu schmücken.
In Ägypten repräsentierte die Blume Horus als Ausdruck vegetativer Wiedergeburt und neuen Lebens.
Im alten Japan symbolisierte eine blaue S. Tapferkeit und adeliges Blut. Europäische Adelige des Mittelalters trugen sie zum Zeichen der Ritterlicheit in ihrem Wappen. Man denke an die berühmte Wappenblume der Bourbonen, Fleur-de-Lys.
In der Malerei findet sich die S. als Mariensymbol wieder, z.B. in Albrecht Dürers Aquarell Madonna mit den vielen Tieren. Die schwedische Mystikerin Brigitta († 1373) schreibt in ihren Offenbarungen (Buch 3, Kap. 30): „Wie das Blatt der S. hatte auch Maria zwei sehr scharfe Schneiden, nämlich den Schmerz des Herzens über das Leiden ihres Sohnes und die standhafte Abwehr gegen alle List und Gewalt des Teufels.“ So soll die S. als Zauberpflanze auch gegen heimtückische Angriffe schützen.
Nicht zuletzt werden der S. positive Wirkkräfte nachgesagt. Hildegard von Bingen preist die swertula als Heilpflanze.

Lit.: Zerling, Clemens: Lexikon der Pflanzensymbolik. Baden/München: AT Verlag, 2007.

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