Das Flammenschwert des Erzengels Michael bei der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies ist Symbol der Macht und Gerechtigkeit zugleich, verweist aber auch auf die Überwindung des Bösen.
In der Hand Gottes symbolisiert das S. ein Züchtigungsinstrument: „So spricht Gott, der Herr, zu den Bergen und Hügeln, zu den Schluchten und Tälern: Ich selbst werde das S. über euch bringen und eure Kulthöhen zerstören“ (Ez 6,3).
Ein aus dem Mund Christi hervorkommendes zweischneidiges S. bei Weltgerichtsbildern ist Symbol des göttlichen Richterspruches, der die Verdammten trifft.
Das Bild der Mater Dolorosa, der „Schmerzensmutter“, eine ikonografische Darstellung der Jungfrau Maria, bringt deren Schmerz über das Leiden und den Tod ihres Sohnes zum Ausdruck. Die Darstellung ist häufig mit sieben Schwertern in der Brust verbunden, welche die sieben Schmerzen Mariens symbolisieren.
In der mittelalterlichen Zwei-Schwerter-Theorie steht ein S. für die weltliche Macht (Gleichberechtigung beider Instanzen) und eines für die geistliche Macht (Primat der Kirche über den Staat). Dahinter verbirgt sich das selten erreichte Ideal der Eintracht von imperium und sacerdotium.
Sowohl in der zeremoniellen Magie als auch im Freimaurertum (Hochgrade) ist das S. ein rituelles Symbol und gemahnt an die Verbindung von Maurertum und Rittertum. Der Ritterschlag mit dem S. beinhaltet die vom Ritter damit übernommene Verpflichtung des Beschützens.
Als Träger geheimnisvoller Kräfte wurde das S. gelegentlich auch mit Namen bedacht. Man denke an Siegfrieds S. > Balmung oder an > Excalibur, das magische S. des Königs Artus.
Als Sinnbild der Macht gehört das S. zu den Reichsinsignien und ist kennzeichnendes Attribut der Justitia. Negativ gedeutet symbolisiert es die Schrecken des Krieges, weshalb viele abgebildete Kriegs- und Gewittergötter das S. als Attribut mit sich führen.
Ein fest in der Scheide steckendes S. schließlich verweist auf die Kardinaltugend Mäßigkeit bzw. Besonnenheit.
Lit.: Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 1991; Laible, Thomas: Das Schwert – Mythos und Wirklichkeit. Bad Aibling: Wieland, 2006; Burton, Richard Francis: The Book of the Sword (Erstaufl. 1884). London: Chatto & Windus, 2019.