Schwendtage

Der Begriff kommt aus dem Bayerischen (ahd. swendi, Vernichtung, Verbannung; Verb schwenden = schwinden lassen, zerstören; Schwende = Rodung durch Abbrennen) und bedeutet Unglücksstage, „verworfene Tage“, an denen weder privat noch geschäftlich etwas Neues begonnen werden soll.
Im Mittelalter wurde an solchen Tagen auch von medizinischen Maßnahmen (Aderlass, bestimmte Therapieformen) vorsichtshalber abgesehen.
S. werden z.T. mit Ereignissen aus der fernen Vergangenheit in Verbindung gebracht. So wird der 1. Dezember mit dem Untergang von Sodom und Gomorrha assoziiert, der 1. August mit der Verbannung Luzifers aus dem Paradies in die Hölle und der 1. April mit der Geburt von Judas Iskariot.
Gleichzeitig gelten S. aber nach dem Volksglauben auch als ideal dafür, etwas Altes zu entfernen, z.B. Ausmisten, Unkrautjäten, Roden von Land, Putzen.
Allgemein ist zu beachten, dass ‒ wie bei Überlieferungen üblich ‒ auch bei den S.n. unterschiedliche Aufzeichnungen vorliegen. > Ägyptische Tage.

Lit.: Pelshofer: Johann Georg: Theses iatromathematicae de diebus criticis, eorumque causis (Resp. Nicolaus Schultz). Wittenberg: Roth, 1632.

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