(Sulphur), von ahd. swewal bzw. swebal, das seinerseits auf die indogermanische Wortwurzel suel (schwelen, brennen) zurückgeht.
S. war bereits in frühgeschichtlicher Zeit (Mesopotamien, Ägypten) bekannt, wurde in akkadischen Keilschrifttexten und im AT erwähnt, in der antiken Literatur von Aristoteles ausführlich beschrieben und als „göttlich“ (theion) bezeichnet, wobei auch auf die unterschiedlichen Farben beim Erhitzen eingegangen wurde.
Plinius d. Ä. (23-79 n. Chr.) kommt auf den S. in der Historia naturalis, Dioskurides in De materia medica zu sprechen.
Elementarer S. fand in der Antike für religiöse Zwecke Verwendung (Räucherungen), zur Desinfektion, zum Bleichen von Textilien und äußerlich als Heilmittel. S.quellen wurde eine fruchtbarkeitsfördernde Wirkung nachgesagt.
Als reinigendes Element brachte man S. mit der Liebesgöttin in Verbindung.
Eine herausragende Rolle nahm der S. seit dem frühen Mittelalter in der Alchemie ein. So kam um das 9. Jh. die Schwefel-Quecksilber-Theorie arabischer Autoren auf, derzufolge die Materie aus den beiden Prinzipien Sulphur und Mercurius (Quecksilber) aufgebaut war. Der Sulphur sollte demzufolge aus den Elementen Feuer und Luft bestehen und das Brennbare repräsentieren, das Quecksilber hingegen aus Wasser und Erde. Paracelsus vertrat eine ähnliche Auffassung. Das alchemistische Symbol für S. bestand aus einem mit der Spitze nach oben weisenden Dreieck, an dessen Basis ein Kreuz angefügt war, wobei das Dreieck das Element Feuer verkörperte und das Kreuz die der S.säure innwohnende Kraft.
Die Darstellung reinen S.s geschah wahrscheinlich erstmals durch den italienischen Chemiker Vannoccio Biringuccio (1480-1537) in seinem Werk De la Pirotecnica, das posthum (1540) erschien. Die elementare Natur wurde durch den französischen Chemiker Antoine Laurent Lavoisier (1743-1794) festgestellt.
Obwohl man S.geruch im christlichen Abendland mit dämonischen Ausdünstungen in Verbindung brachte, wurde er gleichzeitig zur Räucherung verwendet, um Hexen, Teufel und Krankheiten abzuwehren.
Eine weitere Verwendung fand S. schließlich bei der Herstellung von Schwarzpulver. Zunehmend an Bedeutung gewann er in der frühen Neuzeit durch die Entwicklung der auf dem Schwarzpulver basierenden Waffentechnik.
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