Schwarze Bücher

Bücher geheimwissenschaftlichen (hermetischen) Inhalts, Zauberbücher, alchemistische und astrologische Traktate u.Ä. Dazu zählt z.B. das von Albertus Magnus erwähnte Mondbuch, das auch unter der Bezeichnung Merkurs magische Illusionen bekannt ist und sich mit der Magie beschäftigt, die mit der Kraft der göttlichen Namen arbeitet. Eine weitere Schrift mit dem Namen Thot enthält eine Reihe von magischen Experimenten bezüglich Liebes- und Todeszauber, verbunden mit Angaben zu passenden Zaubersprüchen, Exorzismen, Reinigungsritualen, magischen Kräutern usw.
Albertus Magnus nennt in seinen Auflistungen der schw. B. auch ein dem Salomon zugeschriebenes Werk mit dem Titel Sacratus. Dieses wird aber ebenso dem Honorius zugeschrieben, weshalb es auch als Schwurbuch des Honorius bzw. Juratus bekannt ist. 89 Meister der dunklen Kunst hätten Honorius von Theben dazu ausersehen, die magische Kunst in einer Schrift zusammenzufassen. Diese enthält u.a. Gebete in unverständlichen Sprachen, Anleitungen zur Herstellung von Siegeln, Proportionen von magischen Kreisen. Eine Passage befasst sich mit den drei Arten der Geisterbeschwörung (heidnisch, jüdisch und christlich), die alle zum Ziel hatten, das Böse mit ihren magischen Kräften zu unterjochen.
Der Mönch Ekkehard IV. von St. Gallen berichtet bereits im 11. Jh. von den sog. Libri nigri, die von Zauberern angeblich zur Nachtzeit gelesen wurden.
Erheblichen Quellenwert in Bezug auf das magische Schrifttum besitzt das Traktat über die verbotene Kunst des deutschen Arztes Johannes Hartlieb (15. Jh.), der in seiner Auflistung auch einige mittlerweile verschollene orientalische Zauberbücher erwähnt, wie Schemhamphorasch und Liber raselis.
Aus Griechenland stammt der von Raymundus Lullus bearbeitete Kiranis.
Verloren ist die Magia caeremonialis des Robert Perscrutator.
Das Petrus Abanus zugeschriebene
Heptameron, das neben dem Picatrix und dem pseudo-aristotelischen Secretum secretorum zu den berühmtesten Zauberbüchern der älteren Zeit zählte, beschäftigt sich vor allem mit der Herstellung des magischen Kreises.
Michael Scotus soll ein Kompendium über die Magia nigra verfasst und Arnold von Villanova ein Liber sigillorum über die Herstellung und Wirkungsweise von Siegeln und Amuletten geschrieben haben.
Nicht zuletzt gehören zur geheimwissenschaftlichen Literatur auch die Los– und Traumbücher. Das älteste arabische Losbuch, das Liber Alfadhol, wurde von dem italienischen Gelehrten Gerhard von Cremona (12. Jh.) bearbeitet und dann ins Deutsche übersetzt. Bezüglich Traumbücher herrschte der Glaube vor, dass es neben normalen Träumen auch noch durch göttliche Eingebung hervorgebrachte Träume gebe. Die lateinische Überlieferung brachte Traumoffenbarungen mit zwei biblischen Gestalten in Verbindung, mit Daniel und dem ägyptischen Josef. So entstanden u.a. die Somnile Danielis und die Somnile Joseph, die eine Verbindung zwischen Losorakel und Traumdeutung darstellten.

Lit.: Habiger-Tuczay, Christa: Magie und Magier im Mittelalter. München: Diederichs, 1992.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.