Schwarz

Gilt im Allgemeinen als Farbe der Unterwelt und des Todes. So wird der Beherrscher der Unterwelt, Osiris, in verschiedenen Grabtexten „der Schwarze“ genannt.
Von der Antike bis heute ist Sch. Ausdruck der Trauer, im 20. Jh. auch der Todesverachtung bestimmter politischer Richtungen, z.B. serbischer Geheimbund „Schwarze Hand“, italienische Schwarzhemden als Sammelbezeichnung für die Mitglieder paramilitärischer Milizen der italienischen Faschisten.
In der Alchemie (Opus magnum) meint Sch. die erste Stufe (negredo = Schwärzung) der Herstellung des Steins der Weisen. Als Zeichen der Abwesenheit und zugleich der Anwesenheit wahrer Wirklichkeit ist Sch. in den Augen der Alchemisten ein Charakteristikum der Materie schlechthin. Der Alchemist Olympiodoros bezeichnet Sch. als die Farbe aller Farben und als die Quelle aller anderen Farben, Weiß hingegen als Nichtfarbe.
In der Freimaurerei kommt die Farbe Sch. auch bei Meistererhebungen zum Tragen.
Im christlichen Volksglauben ist Sch. die Farbe des Teufels, der auch in Gestalt einer schwarzen Katze oder eines schwarzen Bockes auftreten könne. Im Aberglauben haben schwarze Tiere allgemein etwas Unheilvolles an sich.
In der Götterwelt des Hinduismus ist die furchterregende Göttin Kali durch die Farbe Sch. gekennzeichnet.
Und in der isländischen Edda stehen den guten Lichtelben die bösen Schwarzelben gegenüber.

Lit.: Radke, G.: Die Bedeutung der weißen und der schwarzen Farbe in Kult und Brauch der Griechen und Römer. Jena, 1936; Schütt, Hans-Werner: Auf der Suche nach dem Stein der Weisen: die Geschichte der Alchemie. München: C.H. Beck, 2000, S. 43-45.
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