Als regelmäßig wiederkehrender Zugvogel vielfach Sinnbild des Frühlings und damit auch des Lichts und der Fruchtbarkeit. Ihr Nisten am Haus gilt als glückbringend und trage zum Schutz und zur Stabilisierung des Hausfriedens bei. Umgekehrt deute ein unplanmäßiger Auszug auf Streit oder Tod hin.
In Ägypten wünschte sich der Verstorbene, neben Gestalten anderer heiliger Vögel (Falke, Reiher, Phönix), auch in eine Sch. verwandelt zu werden, damit er ‒ so das Totenbuch, 86. Kap. ‒ „schreite als Sieger im vollen Licht des Tages“.
Laut Plutarch umflatterte Isis in Gestalt einer Sch. jene Säule, die den Sarg des Osiris umschloss. Und zur Zeit der 18. Dynastie (1550 v. Chr.) wurde die Sch. im Gebiet Thebens als heiliges Tier verehrt.
Im alten Griechenland hatten sog. Schwalbensänger die Ankunft der heiligen Vögel mit frohen Liedern zu begrüßen. Sie trugen zu diesem Anlass eine besondere Kleidung: vorne weiß und hinten schwarz, entsprechend dem schwarzen Rücken und dem weißen Unterleib der Sch. Zudem galt der Vogel als Liebling der Aphrodite.
In China symbolisiert eine am Haus nistende Sch. Erfolg und Kindersegen; nach mitteleuropäischem Volksglauben werde ein solches Haus vor Streit und Blitz bewahrt.
Laut Plinius könne die Sch. ihren Jungen durch den Saft des Schöllkrauts (daher auch „Schwalbenkraut“ genannt) das Augenlicht geben. Analog dazu hoffte man nach mittelalterlichem Glauben, dass Gott die Toten am Jüngsten Tag wieder sehend mache, wodurch die Sch. zum Auferstehungssymbol avancierte. Auch wurde sie als „Muttergottes- oder Herrgottsvögelein“ bezeichnet.
Da die Sch. nicht auf der Erde brütet, wird in ihr gelegentlich auch ein Symbol der Reinheit gesehen. Nicht zuletzt gilt sie als Wetterkünderin. So verheiße ein niedriger Flug Regen.
Lit.: Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 1991; Vietinghoff-Riesch, A. v.: Die Schwalbe, besonders die Rauch-Schwalbe in Glaube und Brauch. Rhein. Jahrbuch für Volkskunde (1953) 4.