Schurè, Edouard

(* 21.01.1841 Straßburg; † 07.04.1929 Paris), von Rudolf Steiner beeinflusster esoterischer Schriftsteller, Theosoph, Pansophist, Wagnerkenner; studierte auf Wunsch seines Vaters Rechtswissenschaften, interessierte sich aber als Autodidakt mehr für Literatur und Drama; kam auf einer Deutschlandreise vor dem Deutsch-Französischen Krieg auch mit Richard Wagner in Kontakt; 1873 Begegnung mit Friedrich Nietzsche, 1884 mit H.P. Blavatsky, in deren Gesellschaft er eintrat. 1889 folgte sein Hauptwerk, durch das Sch. bekannt wurde, Les Grands Initiés. Seiner Meinung nach gäbe es nämlich eine von Indien ausgehende Überlieferungskette geheimer Lehren auf dem Weg der Philosophien und Religionen großer Eingeweihter (wie Rama, Krishna, Hermes, Moses, Orpheus, Pythagoras, Plato, Jesus). Durch Vermittlung der Schauspielerin Marie von Sivers lernte Sch. 1906 auch R. Steiner kennen, von dem er nach dem Ersten Weltkrieg einige Werke ins Französische übersetzte. Umgekehrt übersetzte dessen Frau Marie Steiner einige Werke von Sch. ins Deutsche.

W.: Le drame musical. Richard Wagner, son oeuvre et son idée, 2 Bände, 1875; Les Grands Initiés. Esquisse de lʼhistoire secrète des religions, 1889; Die großen Eingeweihten. Leipzig: Theosophisches Verlagshaus, 1909, München 1956, Bern 1976, Köln: Anaconda, 2006; Die göttliche Entwicklung von der Sphinx bis zum Christus, übersetzt von J. Hardt. Lpz.: Theosophisches Verlagshaus, 1922.
Lit.: Schneider, Camille: E. Schurè: seine Lebensbegegnungen mit Rudolf Steiner u. Richard Wagner. Freibg. 1971; Edouard Schurè u. d. christliche Esoterik Rudolf Steiners. Hg. v. d. Rudolf Steiner Nachlassverwaltung (Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausg.; 42), Dornach 1973; Ladwein, Michael: Edouard Schurè ‒ eine biographische Skizze. Novalis. Ztschr. für spirituelles Denken, Nr. 1 und 2, 2004.
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