Historischer Brauch in der Art eines Orakels zur Erforschung der Zukunft. Dabei setzte sich die Person für gewöhnlich mit dem Rücken zur Tür auf den Fußboden, steckte den Fuß zur Hälfte in einen Schuh und warf diesen dann über die Schulter gegen die Tür. Aus der Richtung der Schuhspitze konnte geschlossen werden, ob der oder die Betreffende das Haus verlassen (Schuhspitze weist in Richtung Tür) oder noch ein Jahr bleiben (Schuhspitze weist in den Raum zurück) werde. Nähere Angaben darüber, ob es sich dabei um Dienstboten, eine Heirat oder Tod handelte, fehlen.
Lit.: Grässe, Johann Georg Theodor: Das unglückliche Schuhwerfen zu Cossebaude, in: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Bd. 1. Schönfeld, 2. Aufl. 1874, S. 188.