Schubert, Gotthilf Heinrich

(1780-1860), deutscher Philosoph und Naturforscher, 1803 Promotion zum Dr. med. in Jena; trug wesentlich zur Popularisierung Schellings bei.
Sch. war der „Nachtseite der Naturwissenschaft“ zugewandt. So galt sein Hauptinteresse dem animalischen Magnetismus, dem Hellsehen und den Träumen. Sein Hauptwerk, Die Symbolik des Traumes (1814), gehörte zu den einflussreichsten Büchern seiner Zeit. Ihm schien die Traumsprache der Natur des Geistes angemessener als die wenig ausdrucksvolle Wortsprache. Indem Sch. annimmt, dass sich in den Mythen der Völker und in den Träumen der Individuen die Ordnung des Seins und ein einheitlicher Mensch als „Ahnung“ spiegeln, nimmt er Gedanken wie das Kollektive Unbewusste vorweg.

W. (Auswahl): Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft. Dresden: Arnold, 1808; Die Symbolik des Traumes. Bamberg, 1814; Die Geschichte der Seele, 2 Bde. Stuttgart: Cotta, 1830; Nachdruck: Hildesheim: Olms, 1961.
Lit.: Eichler, Andreas: G.H. Schubert – ein anderer Humboldt. Niederfrohna: Mironde, 2010.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.