Schu

(Griech. Sos), ägyptischer Luftgott, Personifikation des Luftraumes, der sich als Grundelement des Kosmos zwischen Himmel und Erde ausstreckt und diese voneinander trennt. Nach altem ägyptischen Mythos soll S. als Atem aus der Nase des Urgottes Atum hervorgegangen sein. Mit diesem und seiner Schwester und Gattin Tefnut (Feuchtigkeit) bildet er eine heilige Trias. Durch die Gleichsetzung Atums mit dem Sonnengott Re wird S. zum Sohn des Re und kann als solcher mit Löwenkopf dargestellt werden. Für gewöhnlich hat er die Gestalt eines Menschen und trägt sein Schriftzeichen, eine Straußenfeder, auf dem Haupt.
Zur Zeit der Pharaonen dachte man die Welt als von allen Seiten mit Wasser umgeben. S.s Aufgabe war es, über der Erde einen Raum aufzuspannen, in dem Leben möglich ist. Daher erscheint er auf alten Abbildungen, wie er, mit Händen und Füßen von oben auf seinen Sohn, den Erdgott Geb, gestützt, mit seinem Rücken den Himmelsozean nach oben drückt.

Lit.: Bonnet, Hans: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. Hamburg: Nikol, 3., unveränd. Aufl., 2000; Wilkinson, Richard H.: Die Welt der Götter im Alten Ägypten: Glaube, Macht, Mythologie. Stuttgart: Theiss, 2003.
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