Schröpfen

(Lat. ventosatio), alternativmedizinisches Therapieverfahren, bei dem mit Hilfe einer auf die Haut aufgesetzten Glocke aus Glas (mittels erhitzter Luft) oder Gummi (Schröpfkopf) auf einem begrenzten Hautareal ein Unterdruck erzeugt wird. Dadurch wird Blut in die Haut gesogen oder fließt nach Skarifikation derselben nach außen ab (trockenes oder blutiges Schröpfen). Ältere Vorstellungen gehen von einer Manipulation sog. energetischer Prozesse aus. Beim blutigen Schröpfen sollte auch materia peccans (krankheitsverursachende Stoffe) abfließen (ausleitende Therapie).
Das S. mittels Schröpfköpfen war in Mesopotamien bereits 3300 v. Chr. bekannt, wurde von griechischen und ägyptischen Ärzten im klassischen Altertum praktiziert und war auch den Chinesen schon ein Begriff. Das auf Grundlage der Humoralpathologie angenommene Ungleichgewicht der Säfte im Körperinneren sollte duch eine minutio sanguinis, eine Verminderung der Blutmenge, mit Hilfe von Schröpfköpfen wieder ausgeglichen werden. Unabhängig von der europäischen Entwicklung gehen die Schamanen vieler indigener Völker bis heute ähnlichen Praktiken nach, indem sie böse Geister „aussaugen“.

Lit.: Abele, Johann: Schröpfkopfbehandlung: Theorie und Praxis. Stuttgart: Karl F. Haug Verlag, 82007; Piotrowski-Manz, Hedwig: Die Kunst des Schröpfens: Grundlagen, Durchführung, natürliche Therapiekonzepte. Stuttgart: Sonntag Verlag, 42007.

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