Schriftzauber

Darunter versteht man, dass das Schreiben eines Wortes gleichfalls seinen Sinngehalt verwirklichen soll.
Als Beispiel wird berichtet, dass die Deutschen in Pennsylvania beim Essigansetzen jeweils ein Stück Papier in das Fass warfen, auf dem der Name der drei bösesten Weiber geschrieben stand. Auf diese Weise erhoffte man sich eine besondere Schärfe des Essigs.
Der S. könne auch gegen Zahnschmerzen wirksam werden. So sollte bei Zahnweh oder Fieber die Zauberformel „Abrakadabra“ nach dem Schwindeschema auf einen Zettel geschrieben werden. Jede Reihe ‒ insgesamt elf ‒ entspreche einem Zaubertag. Folglich müsse der Zettel elf Tage lang auf dem Körper getragen werden. Analog dem Verschwinden der Buchstaben verschwinde so auch die Krankheit.

Lit.: Moser, Dietz-Rüdiger (Hrsg.): Glaube im Abseits: Beiträge zur Erforschung des Aberglaubens. Darmstadt: Wiss. Buchges., 1992.

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