(SchA.). In Anlehnung an Lk 16,22 (bezogen auf den armen Lazarus und den reichen Prasser) setzte sich in der frühchristlichen Literatur das Bild vom SchA. als Vorstellung über das jenseitige Schicksal einer Gruppe von Verstorbenen durch. Zunächst galt der SchA. als seliger Zustand der Gerechten, wurde dann aber immer mehr zu einem Warteort für die Guten vor dem Endgericht ‒ ein Bild, das bis zur Hochscholastik Gültigkeit hatte. Die bildlichen und plastischen Darstellungen lassen den SchA. als Verkörperung des Paradieses erscheinen und werden auch in das thematische Umfeld des Gerichts Gottes eingebettet.
Lit.: Lexikon für Theologie und Kirche (LthK), 9. Bd. Freiburg i.Br. u.a.: Herder, 3., völlig neubearb. Aufl. 2000.