(* 22.02.1788 Danzig; † 21.09.1860 Frankfurt/M.), voluntaristischer Philosoph mit parapsychologischen Themen in seinen philosophischen Schriften.
Studium der Naturwissenschaft und Philosophie mit Promotion 1813 in Göttingen; Dozent in Berlin, ab 1831 in Frankfurt.
In den paranormalen Erscheinungen sah Sch. eine bestätigende Manifestation seines behaupteten metaphysischen Urprinzips der Wirklichkeit, des raumlosen, überzeitlichen Willens als Lebensdrang, der die Stelle des „Dinges an sich“ bei I. Kant einnimmt. Sein Gedankengut beeinflusste auch C.G. Jung hinsichtlich des Konzepts der Synchronizität.
W.: Animalischer Magnetismus und Magie (1836); zwei Schriften in „Parerga und Paralipomena“: „Zur Lehre von der Unzerstörbarkeit unseres wahren Wesens durch den Tod“ sowie die „Transzendentale Spekulation über die anscheinende Absichtlichkeit im Schicksal des Einzelnen“ (1851); Versuch über das Geistersehen und was damit zusammenhängt (1851); Parapsychologische Schriften. Mit einer Einführung von Hans Bender. Basel: Benno Schwabe, 1961 (Sammlung Klosterberg Neue Folge).
Lit.: Driesch, H.: Schopenhauer und die Parapsychologie, in: Jahrbuch der Schopenhauer-Ges., XXIII. Bd., 1936; Bender, H.: Schopenhauer und die Parapsychologie. Zschr. f. Paraps. u. Grenzgebiete der Psych. IV (1960) 2/3; Florschütz, Gottlieb: Swedenborgs verborgene Wirkung auf Kant: Swedenborg und die okkulten Phänomene aus der Sicht von Kant und Schopenhauer. Würzburg: Königshausen & Neumann, 1992.