Schöllkraut

(Chelidonium majus), Mohngewächs mit gelblichem Milchsaft, das früher als vielseitiges Heilmittel gebraucht wurde. Alchemisten versuchten aus dem goldgelben Saft Gold zu machen. Der lateinische Name der Pflanze leitet sich von dem griechischen Wort für Schwalbe (chelidon) ab, weil nach dem Volksglauben der Antike und des Mittelalters die Schwalben ihre Jungen durch den Saft des S.s sehend machten. Das S. hat daher auch die symbolische Bedeutung, sehend zu machen, von geistiger Blindheit zu heilen und Lichtbringer zu sein. Es verweist in der mittelalterlichen Kunst häufig auf Christus.
Der Volksglaube sah in der Pflanze zudem die Macht, Streit zu schlichten, wenn man sie bei sich trug. In der Volksmedizin verwendete man sie gegen Warzen; daher wurde sie u.a. auch Warzenkraut genannt.

Lit.: Schöpf, Hans: Zauberkräuter. Graz: Akadem. Druck- u. Verlagsanst., 1986.

Setze ein Lesezeichen für den Permalink.