(* 27.07.1908 Braunau, Oberösterreich; † 28.04.1957 Weyer, Oberöst.), Medium.
Der Vater Josef Schneider arbeitete als Setzer in einer Druckerei. Die Familie hatte sechs Söhne; Willy war der dritte unter ihnen; auch der zweite Sohn der Familie Schneider, Karl, war medial begabt (Sprechmedium). Rudi und Willy waren seinerzeit ein berühmtes medial begabtes Brüderpaar, das unter Laborbedingungen von mehreren Parapsychologen (Price, Osty mit Rudi im Institut Métapsychique in Paris, und im Herbst 1930 von Schrenck-Notzing) überprüft wurde. Die beiden Brüder produzierten telekinetische Phänomene besonderer Effektivität. Paranormale Phänomene traten zuerst bei Willy in Braunau auf (in Zusammenhang mit dem sog. Tischerlrücken 1918; dabei meldete sich Lola Montez, die Geliebte König Ludwigs I. v. Bayem als „Olga“). J. Kogelnik machte Schrenck-Notzing auf die Brüder aufmerksam. Dieser holte zunächst Willy in das Münchner Laboratorium. Willy wurde Dentist. Rudi war von Beruf Motormechaniker und starb als Leiter einer Fahrschule an einem Gehirnschlag.
Der deutsche Schriftsteller Thomas Mann (l875-1955) beschreibt die Levitation eines Taschentuches während einer Sitzung mit Willi Schneider am 20. Dezember 1922 in München in Okkulte Erlebnisse (1923).
Lit.: Nachruf (auf Willy S.) v. Gerda Walther. GW 3/1971; Osty, Eugène: Les pouvoirs inconnus de lʼesprit sur la matière. Paris, 1932; Schrenck-Notzing, A. v.: Die Phänomene des Mediums Rudi Schneider (aus dem Nachlass). Berlin, 1932; Price, Harry: Rudi Schneider: A Scientific Examination of his Mediumship. Methuen & Co. Ltd., 1930; Gregory, Anita: The Strange Case of Rudi Schneider. Metuchen, NJ & London: The Scarecrow Press, 1985.