Schlüsselblume

(Lat. primula, kleiner Erstling), auch Apothekerprimel, Himmelschlüssel, Primel, gilt als Frühlingssymbol, weil sie den Frühling „aufschließt“ und die Melancholie vertreibt. So empfahl Hildegard von Bingen in diesem Zusammenhang „Hymelslozel“, die „alle Kraft von der Sonne“ in sich bergen. Die Pflanze galt ebenso als marianisches Symbol, da Maria durch ihren Sohn der Menschheit das Tor zum Himmel aufschließt.
Die Ähnlichkeit des Blütenstandes mit einem Schlüsselbund gab Anlass zu den verschiedensten Legenden und Sagen. So hatte man mit der Sch. angeblich ein Mittel in der Hand, um geheime Schlösser und Türen zu öffnen. Der Muttergöttin Frija geweiht, war die Sch. im Mittelalter Heil- und Zauberpflanze und galt insbesondere als magischer Schlüssel zum Heben verborgener Schätze.
Im Englischen heißt die Sch. einerseits fairy cup, also Elfenkelch, und stellt somit einen Bezug zur nordischen Mythologie her, während sie unter der Bezeichnung primrose in verschiedenen Werken Shakespeares mit der Vorstellung vom Tod assoziiert wird.
Bildhaft findet die Pflanze auch im Text der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach Erwähnung.

Lit.: Müller, Erich/Sauer, Helmut: Hausbuch der Naturmedizin: gesund und leistungsfähig durch die Heilkräfte der Natur. Herrsching: Pawlak, 1987; Scherf, Gertrud: Wiesenblumen: der etwas andere Naturführer. München: BLV, 2004.
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