Schlangenwunder

Das Kloster Panagia Fidousa, was so viel heißt wie „Mutter Gottes der Schlangen“, im Dorf Markipoulo auf der griechischen Insel Kefalonia ist bekannt für das sog. „Schlangenwunder“. Allährlich um den 15. August (Aufnahme Mariens in den Himmel) erscheinen ungiftige Schlangen auf dem Gelände der orthodoxen Kirche und kriechen zur silbernen Ikone der Panagia hinauf. Auf ihren Köpfen und Zungen tragen sie angeblich das Zeichen eines schwarzen Kreuzes. Laut Legende sollen im Mittelalter die dortigen Nonnen aus Angst vor Piratenangriffen die Mutter Gottes gebeten haben, sie in Schlangen zu verwandeln. Als dann tatsächlich Piraten das Kloster betraten, sollen sie beim Anblick der Schlangen vor Entsetzen geflohen sein. Seit dieser Zeit kehren die Schlangen jedes Jahr zu Maria Himmelfahrt zum Kloster zurück, bleiben einige Tage und verschwinden dann wieder. Das Auftauchen der Schlangen soll ein gutes Omen sein, und wer sie berührt, hat angeblich das ganze Jahr über Glück.

Lit.: Hvidt, Hans Christian: Mirakler ‒ Moder mellem Himmel og Jord. Kopenhagen: Gyldendal, 2001.
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