Schlafprediger

Sondergruppe tief religiöser Persönlichkeiten (männlich wie weiblich), die in einem Schlafzustand regelmäßig ‒ oft über Jahrzehnte hinweg ‒ in Häusern und Kirchen geistlich tiefe und echte Predigten gehalten haben. Bekannt waren sie vor allem in Finnland ab dem Ende des 19. Jahrhunderts bis ca. 1970.
Sch. verfolgen ausschließlich religiöse Anliegen, ihre Bewusstseinszustände stehen in direktem Zusammenhang mit religiösen Erlebnissen. Ihre Zustände stellen sich sponten oder zu bestimmten Tageszeiten ein. Im Vordergrund stehen anfangs Erscheinungen wie Müdigkeit, Gähnen, Schließen der Augen sowie das Gesamterscheinungsbild des Schlafens und Träumens, das den Sch.n den Namen gegeben hat. In der Regel gehen die Zustände (im Zusammenhang mit Berufungs- und Offenbarungserlebnissen) in Schauungen und Erregungszustände über, die sonst nur im überwachen Bereich zu beobachten sind.
Sch. gehören zu den bemerkenswertesten religionspsychologischen Erscheinungen der jüngeren Zeit, deren Erlebnisse sich nicht in einem einheitlichen Schema abbilden lassen.

Lit.: Ostarhild, Friedrich: Schlafprediger in Finnland (nach Aarni Voipio frei bearb. von F. Ostarhild). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1936.

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