Schlafparalyse

Außergewöhnlicher Bewusstseinszustand, der im Zusammenhang mit Narkolepsie auftreten, aber auch unabhängig davon erlebt werden kann. Kennzeichnend sind folgende Merkmale:
‒ Das Phänomen ereignet sich fast ausschließlich in der Einschlaf- oder Aufwachphase bzw. bei einem vorübergehenden nächtlichen Aufwachen.
‒ Die Betroffenen fühlen sich wach, haben die Augen offen, nehmen Umgebungsreize wahr.
‒ Hauptmerkmal ist eine ausgeprägte motorische Lähmung (Paralyse), abgesehen von der Atmung bzw. den Augen liegt völlige Bewegungsunfähigkeit vor. Der Zustand dauert nur Sekunden bis Minuten.
‒ Oft wird von einem Druckgefühl auf der Brust berichtet.
‒ Die Bewegungsstarre löst sich, sobald ein starker Außenreiz (Berührung, lautes Geräusch) auf die betroffene Person einwirkt.
‒ Manchmal kommt es während des Lähmungszustands zu außergewöhnlichen Wahrnehmungen (Bilder, Geräusche, Stimmen, Körperempfindungen).
‒ Häufig treten visuelle Wahrnehmungen von traumähnlicher Qualität auf, wobei sich die betroffene Person jedoch nicht vollends in ein Traumgeschehen eingebunden fühlt.
‒ Die visuellen Wahrnehmungen können einfache Formen wie fliegende Kreise oder Lichter sein, aber auch komplexe Eindrücke wie Landschaften oder Tiere.
‒ Die Zustände können episodenartig sein oder sich Nacht für Nacht wiederholen und von angenehm bis angstauslösend wirken.

Lit.: Thorpy, Michael J./Plazzi, Giuseppe (Hrsg.): The Parasomnias and Other Sleep-Related Movement Disorders. Cambridge/UK: Cambridge University Press, 2010.

Setze ein Lesezeichen für den Permalink.