Auch Spaltungsirresein, charakteristische Störung des Ich-Erlebens, wobei sowohl das eigene Ich als auch die äußere Welt unwirklich bzw. verändert erscheinen. Der Begriff wurde von dem Schweizer Psychiater Eugen Bleuler (1857-1939) zur Bezeichnung einer Gruppe von Psychosen vorgeschlagen, die als allgemeines Kennzeichen Assoziations- und Affektstörungen aufweisen. Die Ätiologie ist nicht völlig gesichert. Bei bestimmten Formen von Sch. halten es Parapsychologen für möglich, dass die Unterschiede zwischen sinnlich wahrgenommener und paranormal erfahrener Zuwendung eine Rolle spielen. So könnte z.B. ein Kind, das von seinen Eltern mit Geschenken und verbaler Zuneigung überhäuft wird, telepathisch empfinden, dass es eigentlich unerwünscht ist. Seine Reaktion auf solche widersprüchlichen Informationen könnte die Entwicklung einer Sch. sein.
Die Bildnerei von Schizophrenen kann als ein besonders markanter Spiegel der Erkrankung aufgefasst werden, wobei Ähnlichkeiten zur Kunst der Naturvölker, zu Kinderzeichnungen oder zur abstrakten Malerei nicht zu übersehen sind. Die dabei auftretenden Symbole entstammen häufig der archaischen Schicht des kollektiven Unbewussten (Welt der Pflanzen, Tiere, des Geschlechtlichen, des Numinosen), wobei die Dissoziation der gestörten Phantasie augenscheinlich wird. Bleuler spricht im Zusammenhang mit Sch. von „dereistischem Denken“ ‒ einem Denken, das die kulturelle Umwelt noch mit ursprünglichen Trieben und Affekten verbindet.
Um mit Bleuler zu sprechen: „Der Schizophrene möchte sein, wie er wirklich ist.“ So rollt sein geistiges Leben „in Bildern seines inneren Wesens und in Bildern einer Welt ab, die besser zu seinem Wesen passt als die wirkliche Welt“.
Lit.: Bleuler, Eugen: Lehrbuch der Psychiatrie. Berlin: Springer, 1955; Resch, Andreas: Der Fall Jolanda: Heilung einer Psychose, in: Ders.: Heilen: Formen und Perspektiven (Reihe R; 9). Innsbruck: Resch, S. 146-203.