Schicksalskünder

Weitverbreitete Vorstellung von weiblichen Wesen, die meist zu dritt an die Wiege des Neugeborenen treten und ihr Urteil (Prophezeiung und Wunsch zugleich) über dessen Schicksal abgeben: bei den Griechen die Moiren, bei den Römern die Parzen, im romanischen Bereich die Feen, im germanischen die Nornen. Um die Sch. günstig zu stimmen, ist es vielfach Brauch, Speisen auf den Tisch zu stellen.
In neuzeitlichen Berichten werden die Sch. häufig durch Zigeunerinnen bzw. Wahrsagerinnen oder auch die Hebamme ersetzt, die aufgrund ihrer Funktion schon immer mit Zauber und Weissagung in Verbindung gebracht wurde.

Lit.: Brednich, Rolf Wilhelm: Volkserzählungen und Volksglauben von den Schicksalskündern. Helsinki: Suomalainen Tiedeakatemia ‒ Academia Scientiarum Fennica, 1964.
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