Scherer, Georg

SJ (* 1540 Schwaz in Tirol, Österreich; † 1605 Linz), flammender Prediger gegen die Reformation.
1559 Eintritt bei den Jesuiten, 1564 Mag.art., 1565 Priesterweihe, 1561-1589 Hauptprediger der Jesuiten in Wien, 1586-1588 Prediger in Krems und Waidhofen an der Ybbs, 1590-1594 Rektor des Wiener Jesuitenkollegs, 1600-1605 Prediger in Linz. In seinen Predigten wandte sich S. nicht nur gegen die Protestanten und Türken, sondern übte auch Kritik am katholischen Klerus und setzte sich für soziale Unterschichten ein.
Zur Zeit der Hexenverfolgung hielt S. 1583 vor dem Wiener Stephansdom eine Hetzpredigt gegen die Hexen im Allgemeinen und gegen eine gewisse Elisabeth Plainacher im Besonderen. Letztere wurde daraufhin hin im September 1583 in Wien öffentlich verbrannt.
S. starb 1605, als ihn bei einer Hetzpredigt gegen Hexen in Linz in der Kirche auf der Kanzel der Schlag traf.

W.: Christliche Erinnerung bey der Historien von jüngst geschehener Erledigung einer Jungfrauen, die mit zwölfftausendt sechshundert zwey und fünfzig Teufeln besessen gewesen. Ingolstadt: Sartorius, 1584.
Lit.:
Tomek, Ernst: Kirchengeschichte Österreichs, Bd 2: Humanismus, Reformation und Gegenreformation. Innsbruck [u.a.]: Tyrolia, 1949, S. 401ff.
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