(1775-1854), deutscher Philosoph, einer der Hauptvertreter des deutschen Idealismus, folgte 1841 auf den Berliner Lehrstuhl von Georg Friedrich Wilhelm Hegel.
In seinen ersten philosophischen Versuchen setzte sich S. mit dem Mythos auseinander und einige Jahre später entwickelte er im Rahmen einer Philosophie der Kunst seine Theorie des Symbols. Wenn S. von Symbol und Mythologie spricht, denkt er dabei an die griechische Mythologie mit Homer als deren exemplarischen Vertreter. Damit steht das Symbol am Anfang der abendländischen Geschichte.
Schellings Werk ist zwischen Natur- und Religionsphilosophie, Mythologie und Offenbarung angesiedelt und sucht nach einer Gottesvorstellung, in deren Rahmen die menschliche Freiheit einen zentralen Platz zugewiesen bekommt. Sein Spätwerk nimmt dann die Einflüsse der Religion der Romantik auf.
Die Idee von der Entwicklung des Weltganzen formuliert S. in seinen als Philosophie der Mythologie und Philosophie der Offenbarung zusammengefassten Vorlesungen (1856-58), wobei ihm die konkreten historischen Religionen und Mythologien als Ausgangspunkt dienen. Dabei misst er den Offenbarungen des Christentums und vor allem der Person Christi selbst den höchsten Rang bei: Die Menschwerdung Christi bedeute die Erlösung vom Fall und das Wiedereingehen der Natur und jeglicher Individualität in Gott. Diese Gedanken wurden dann im 20. Jh. von Rudolf Steiner aufgegriffen und sind für das Geschichtsverständnis der Anthroposophie bis heute maßgeblich.
Lit.: Jaspers, Karl: Schellings Größe und Verhängnis. München, 1955; Wieland: Schellings Lehre von der Zeit. Hamburg, 1956; Titzmann, Michael: Strukturwandel der philosophischen Ästhetik 1800-1880: der Symbolbegriff als Paradigma. München: Wilhelm Fink, 1978; Zovko, Marie E.: Natur und Gott: das wirkungsgeschichtliche Verhältnis Schellings und Baaders. Würzburg: Königshausen & Nemann, 1996.