Schechina

(Hebr., „das Wohnen“), meint in der jüdischen Theologie die „Einwohnung“ Gottes in Israel, die als Inbegriff der Präsenz Gottes bei seinem Volk verstanden werden kann. Von seinem Ursprung her verweist der Begriff auf die Wüstenzeit und bezeichnet die Rauchsäule (bei Tag) bzw. die Feuersäule (bei Nacht), die nach biblischer Aussage den Israeliten bei ihrem Auszug aus Ägypten voranschwebte, bis ihr durch den Tempelbau des Königs Salomo ein fester Platz auf Erden zugewiesen wurde.
Gottes Gegenwart manifestiert sich in seinem Zelt (lat. tabernaculum) ‒ einem wichtigen Ort der christlichen Spiritualität – und der darin aufgestellten Bundeslade mitten unter dem Volk (vgl. Ex 25,8-9).

S. ist die Immanenz Gottes, sein Funke in der Welt. Wie die Sophia gehört sie zur weiblichen Seite Gottes, was besonders im Sprachgebrauch der Kabbala zum Ausdruck kommt. Das Bedeutungsspektrum impliziert eine Reihe von Nebenbedeutungen wie Ruhe, Glück, Heiligkeit oder Frieden ‒ Merkmale, die den Wirkungskreis der Gegenwart Gottes charakterisieren und für den Menschen spürbar werden lassen.

Lit.: Scholem, Gershom: Zur Kabbala und ihrer Symbolik. Berlin: Suhrkamp, 1960.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.