Schamoni, Wilhelm

(* 04.01.1905 Hamm/Westfalen; † 25.08.1991 Altötting), 1930 in Paderborn zum Priester geweiht, Vikar in Gotha, 1935-1939 Pfarrvikar in Oeynhausen. In dieser Zeit begann S. mit der Veröffentlichung seiner hagiografischen Studien und arbeitete an seinem wichtigsten Werk Das wahre Gesicht der Heiligen (1938). Wegen seiner kritischen Haltung dem Nationalsozialismus gegenüber wurde er er am 30. Dezember 1939 verhaftet und schließlich in das Konzentrationslager nach Dachau deportiert. Ende April 1945, drei Tage vor Auflösung des Lagers durch die amerikanischen Truppen, gehörte er zu jenen Häftlingen, die unter schwerer SS-Bewachung auf einen Marsch in den Alpenraum geschickt wurden, wo ihm die Flucht gelang.
Nach Kriegsende wurde S. Hausgeistlicher bei Hagen in Westfalen, 1950 durch ein Handschreiben Papst Piusʼ XII. geehrt und 1952 zum Pfarrvikar in Helmeringhausen ernannt. 1970 gründete S. die katholische Monatsschrift Theologisches, die als Beilage zur Offertenzeitung für die katholische Geistlichkeit herauskam. Zeitlebens befasste sich S. auch mit naturphilosophischen Grenzfragen. Nach seiner Pensionierung zog er sich 1987 nach Altötting zurück, wo er am 25. August 1991 starb und dann auf dem Michaelifriedhof in der Priestergruft beigesetzt wurde.
Seine Veröffentlichungen wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Zusammen mit dem Schweizer reformierten Theologen Walter Nigg gab S. die Reihe „Heilige der ungeteilten Christenheit, dargestellt von den Zeugen ihres Lebens“ heraus.
Aus paranormologischer Sicht sind vor allem seine Übersetzung und Edition von Heiligsprechungsakten sowie die Untersuchung der zu konstatierenden Parallelen zwischen den Wundern der Heiligen und jenen des Neuen Testaments von Bedeutung.

Lit.: Resch, Andreas: Biografische Notizen zur Paranormologie (Reihe R; 16). Innsbruck: Resch, 2019, S. 210-211.

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