Schalensteine

Auch Schälchensteine oder Näpfchensteine, größere Steine oder Steinplatten mit eingearbeiteten runden oder ovalen Vertiefungen, die in ganz Europa verbreitet sind, aber auch in Asien und Nordamerika nachgewiesen wurden. In Nord- und Westeuropa finden sie sich vor allem in den von Germanen in der Urzeit besiedelten Gebieten.
Wenn auch manche der Vertiefungen ihre Entstehung natürlichen Ursachen verdanken mögen, z.B. durch Auswaschung oder Verwitterung, so weisen doch in den meisten Fällen bestimmte Merkmale wie verbindende Linien oder andere Zeichen darauf hin, dass eine künstliche Bearbeitung vorliegt.
Die Deutungen menschlicher Herstellung und Nutzung der Schalen reichen von praktischen Einsatzzwecken wie Mörser, Feuerbohrstellen, Öllampen oder Pechsteinen bis hin zu kultisch-symbolischen Zwecken wie Fruchtbarkeitssymbolen. Am häufigsten findet sich in der Fachliteratur eine Deutung als Opfergefäße. Es gibt also viele Deutungsversuche, jedoch keine Gewissheit, weshalb man vorerst an einer religiösen Bedeutung der S. wird festhalten müssen, zumal häufig das Sinnbild des Sonnenkultes der Germanen, das Radzeichen, auftaucht.
Mancherorts finden sich S. auch in prähistorischen Grabhügeln oder als Grabdecksteine, weshalb ein Bezug zum Totenkult bestehen könnte (Opfermahl bei den Begräbnisfeiern).
Der Volksaberglaube verbindet mit den S.n mythische Vorstellungen, die sich in volkstümlichen Benennungen widerspiegeln. So heißen sie in Schweden Elfensteine oder Elfenmühlen.
Die S. sind schwer datierbar. In Anatolien sollen sie schon ab 10.500 v. Chr. aufgetreten sein. Laut dem dänischen Archäologen Peter Vilhelm Glob kamen S. am Ende der Steinzeit in Gebrauch, wo sie zusammen mit anderen Elementen die Schwelle zur Bronzezeit kennzeichnen. Skandinavische Forscher vertreten die Ansicht, dass sie während der gesamten Bronzezeit entstanden. Sofern die S. menschlichen Ursprungs sind, können sie damit nicht einer einzigen kulturellen Tradition zugeordnet werden.

Lit.: Schwegler, Urs: Schalen- und Zeichensteine der Schweiz. Basel: Verlag Schweizerische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte, 1992; Gansser, Augusto: Schalensteine: prähistorische Kult-Objekte. München: Dr. Christian Müller-Straten, 1999; Meyer, Barbara/Meyer, Jens: Schalensteine in Schleswig-Holstein. Schleswig: Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, 2015; Kauer, Wolfgang: Felsbilder der Alpen: Motive im internationalen Vergleich. Salzburg: Verlag A. Pustet, 2019.

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