Schäffer, Anna

(* 18.02.1882 Mindelstetten, Deutschland; † 05.10.1925 ebd.), Stigmatisierte, wird als Heilige verehrt.
S. war das fünfte von sechs Kindern eines Tischlers („Schreiner Nandl“). Eigentlich wollte sie immer Missionsschwester werden. Nach dem Tod ihres Vaters kam S. über Vermittlung ihres Pfarrers nach Regensburg in Dienst, später als Haushaltshilfe zu einem Amtsgerichtsrat in Landshut, sodann ins Forsthaus von Stammham (Ingolstadt). Dort geriet sie am 4. Februar 1900 mit ihren Füßen in einen Kessel voll kochender Lauge, sodass Fleischfetzen an ihr herunterhingen. Längere Spitalsaufenthalte brachten keine Linderung ihrer Schmerzen und keine Heilung. 25 Jahre lang, bis zu ihrem Tod, blieb sie seitdem ans Krankenbett gebunden. Am 4. Oktober 1920 soll ihr Franz von Assisi und dann Christus selbst erschienen sein. Die empfangenen sichtbaren Stigmen wurden ihr erst nach mehrjährigem Gebet wieder genommen, die Schmerzen aber verschlimmerten sich. Am 1. März 1922 erhielt sie die Stigmen der Dornenkrone.
Ihr Grab befindet sich in der Kirche von Mindelstetten. Am 3. Juli 1998 war der 1977 in Rom eingeleitete Seligsprechungsprozess abgeschlossen. Am 7. März 1999 wurde Anna S. von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen und am 21. Oktober 2012 von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen.

Lit.: Ritter von Lama: Anna Schäffer von Mindelstetten, eine unbekannte Stigmatisierte aus unserer Zeit. Innsbruck, 1930; Schwager, G. Fr. X.: Liebe wächst im Leiden: Anna Schäfer von Mindelstetten. LʼOsservatore Romano (deutsche Ausgabe) Nr. 10, 5. März 1999, 6; Feldmann, Chr.: A. S. ‒ die Dienstmagd aus Mindelstetten. Regensburger Bistumsblatt, 7. März 1999, Nr. 10, 6-7.
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