Scaramelli, Giovanni Battista

(1687-1752), Priester, Prediger, Schriftsteller asketischer und mystischer Bücher.
Nach dem Studium der Philosophie trat S. 1706 in Rom in den Jesuitenorden ein; wirkte während seines Theologiestudiums als Repetitor am Germanikum und dozierte drei Jahre Philosophie in Macerata. 1722 begann er in Ascoli mit seiner Lebensarbeit (Volksmissionen und geschlossene Exerzitien); studierte nebenher Spiritualität und verfasste Werke, die bis heute als klassisch gelten, von denen aber nur die Vita di Suor Maria Crocifissa Satellico (1750) zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde. Posthum erschienen die Hauptwerke Discernimento dello spirito (Unterscheidung der Geister, 1753), Direttorio ascetico (Anleitung zur Askese, 1754), Direttorio mistico (Anleitung zur Mystik, 1754).
Das Direttorio ascetico befasst sich neben den Tugenden mit den Mitteln zur Erreichung der Vollkommenheit und den auf diesem Weg anzutreffenden Hindernissen (Sinne, Leidenschaften, Welt, Teufel). Das Direttorio mistico legt den Akzent auf die theologischen und psychologischen Voraussetzungen der Mystik, auf die Stufen der Beschauung und die Nacht der Sinne und des Geistes. Die Schrift führte zu Diskussionen und wurde vom Orden nicht gebilligt.
Wenngleich man S. Ungenauigkeiten in der Darstellung vorwarf, wurde sein Werk über die Mystik zugleich als das beste des 18. Jh. bezeichnet.

Lit.: Schmid, Josef Johannes: Scaramelli, Giovanni Battista S.J., Prediger und Schriftsteller, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL), Bd. 8. Herzberg: Bautz, 1994, Sp. 1495.
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