Savonarola, Girolamo

(* 21.09.1452 Ferrara, Italien; † 23.05.1498 Florenz), christlicher Reformator und Prediger.
1475 Eintritt in den Dominikaner-Orden, ging 1482 nach Florenz, 1491 Prior des Klosters San Marco. In Florenz begann S. sein Programm der asketischen Moral zu entwickeln, das auf seinen apokalyptischen und von Prophezeiungen durchsetzten Predigten gründete. In den Mittelpunkt stellte er dabei das Jüngste Gericht und die Möglichkeit der ewigen Verdammnis. Einige seiner prophetischen Warnungen sollten sich bewahrheiten. Vor allem auf Todesfälle bezogene Prophezeiungen gingen nicht selten in Erfüllung. Eine Sammlung seiner Prophezeiungen erschien 1495.
Als König Karl VIII. von Frankreich in Italien einfiel, wehrte S. die Bedrohung für die Stadt ab, und das Volk machte ihn daraufhin zu seinem Herrscher. S. versuchte, einen theokratischen Staat mit strengen Verhaltensmaßstäben zu errichten. In seinen wortgewaltigen Predigten, die vom Volk sehr geschätzt wurden, ging er mit Papst Alexander VI., der mit den vertriebenen Medici im Bunde stand, und dessen korruptem Hof hart ins Gericht. Da er sich weigerte, nach Rom zu gehen und dort für seine Handlungen Rechenschaft abzulegen, wurde er exkommuniziert. Der Aufforderung eines Franziskaners zu einem Feuerordal kam er ebenfalls nicht nach. S. wurde schließlich gefangengenommen, gefoltert und als Ketzer verbrannt.

Lit.: Hase, Karl: Neue Propheten. Drei historisch-politische Kirchenbilder. Savonarola. Das Reich der Wiedertäufer. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1861.

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