Satyrn

Dämonische Gestalten im Gefolge des Dionysos, mit Tierattributen (Tierohren, Ziegenschwänze, Pferdeschweife, Bocksfüße, Hörner) ausgestattet und Lustgelagen ergeben. In der ursprünglichen griechischen Vorstellung dürfte es sich um pferdeartige Mischwesen gehandelt haben und nicht, wie in der späteren Kunst häufig gezeigt, um ziegenbockartig gestaltete Kreaturen. Als ihre aphrodisische Nahrung galt das Satyrion, ein antiker Liebestrank.
Die den weiblichen Nymphen verwandten S. waren ein Symbol für aphrodisische Lust, männliche Potenz und erotischen Sinnestaumel. Die sexuelle Komponente (erigierter Phallus) dürfte noch im Frühmittelalter dominant gewesen sein, da die Gestalten dort mit den Incubi, den männlichen Nachtdämonen, gleichgesetzt wurden, wenngleich erwähnt wird, dass sie in menschlicher Form und ähnlich den Faunen dargestellt und somit von echten Dämonen zu unterscheiden sind.
Die lüsternen S. bildeten auch ein beliebtes erotisches Sujet in der griechischen Vasenmalerei und zieren bis heute die Keramik der griechischen Souvenirindustrie.
Bei den „Satyroi“ genannten Satyrspielen, die eine ureigene Schöpfung der Griechen waren und den aufheiternden Abschluss der tragischen Trilogien bildeten, verkleideten sich die Schauspieler jeweils als Üppigkeit und Zügellosigkeit repräsentierende S. Die Themen der Spiele stammten aus dem Mythenschatz um den Gott Dionysos und hatten mit Sex, Erotik, Rausch, Tanz, Gesang und Ekstase zu tun.

Lit.: Werner, Oskar (Hrsg.): Griechische Satyrspiele von Euripides, Sophokles und Aischylos. Stuttgart: Reclam, 1970.

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