Sassanidische Astrologie

Bezeichnet die spezielle Weiterentwicklung der Astrologie unter der Herrschaft der Sassaniden, einer vorislamischen persischen Dynastie (224/26-642/51), wo die traditionelle griechische und die indische Astrologie einer wesentlichen Modifikation unterzogen wurden. Die wichtigste Erfindung der sassanidischen Astrologen war die der astrologischen Geschichtsschreibung, wobei die Lehre des Zarathustra und ihre Ausformung im Mazdaismus (mit der Unterteilung der zeitlich endlichen Dauer der Materieschöpfung in 12 tausendjährige Epochen) dieser Tendenz in gewisser Weise entgegenkam. Speziell, was diese historische Epochen- bzw. Periodenlehre anbelangt, hatte die sassanidische A. großen Einfluss auf die spätere islamische Astrologie.
Zu den besonderen Entwicklungen der sassanidischen A. zählen u.a. die sog. „Militär“-Astrologie sowie die Grundlagen der Stundenastrologie. Eine sassanidische Erfindung war zudem der astrologisch geplante Zeitpunkt von Herrscher-Krönungen mit geeignetem Horoskop.

Lit.: Von Stuckrad, Kocku: Geschichte der Astrologie. München: Beck, 2003.
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