Sardonyx

Dreifarbiger Stein, dessen Name sich aus Sarder und Onyx zusammensetzt. Unter Sarder verstand man in der Antike den orangefarbenen, seit dem Mittelalter braunen Karneol, dessen Fundort bzw. Umschlagplatz die Stadt Sardes in Kleinasien gewesen sein soll. Onyx bezeichnete in der Antike gebänderte, im Mittelalter vor allem schwarz-weiße Steine. Sein Name leitet sich von griech. onyx, Nagel, ab, was eine Anspielung auf sein Erscheinungsbild sein soll.
In der Bibel wurde der S. als fünfter von den zwölf Grundsteinen der Jerusalemer Stadtmauer bezeichnet. Der Tyrann Polykrates soll einen Stein ins Meer geworfen haben, um sich vor dem Neid der Götter zu schützen. Laut Plinius handelte es sich dabei um einen S., weshalb dieser auch vor Zauber schütze.
Dem S. werden zudem allerlei Heilwirkungen zugeschrieben So heißt es bei Hildegard von Bingen: „Wenn ein Mensch den Sardonyx auf der bloßen Haut bei sich trägt und ihn auch oft in seinen Mund nimmt, damit sein Atemhauch darüber hinstreicht, ihn herauszieht und dann wieder in sich hineingibt, dann werden davon Intellekt und Wissen und alle Sinnesempfindungen seines Körpers gekräftigt.“

Lit.: Gienger, Michael: Lexikon der Heilsteine: von Achat bis Zoisit. Saarbrücken: Neue Erde, 42000.
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