Santuario de Chimayó

Wallfahrtsort in New Mexico, ca. 45 km von Santa Fé entfernt, manchmal auch das amerikanische Lourdes genannt; wird von Pilgern aller Welt aufgesucht, um Hilfe in Form einer guten Ernte oder Heilung von schwerer Krankheit zu erbitten.
In einem winzigen Vorraum der Kirche befindet sich das sog. „Loch der heiligen Erde“, das ungefähr 50 cm breit ist und aus dem von den Pilgern eine Handvoll Erde entnommen und entweder auf die kranken Körperteile gelegt oder in Gefäßen mit nach Hause genommen wird. Wenngleich die heilenden Kräfte von lokalen Traditionen zwei dort befindlichen Bildwerken zugeschrieben werden, bildet besagtes Loch den Mittelpunkt des Interesses.
Der Glaube an die Wunderwirkung des Heiligtums geht auf die heimischen Indianer zurück, die an dieser Stelle eine Heilquelle verehrten. Hier soll später ein dort ansässiger Siedler namens Bernardo Abeyta ein Leuchten wahrgenommen haben. Er fand ein Kruzifix, das er mit bloßen Händen ausgrub und nach Santa Cruz brachte. Er machte dies noch zweimal, doch kehrte das Kreuz auf mysteriöse Weise immer wieder zurück. Daraufhin begann Abeyta um 1816 eine Kapelle um diese Stelle zu bauen der Ursprung der heutigen Kirche, die 1929 in den Besitz der römisch-katholischen Kirche überging. Das Erdloch befindet sich in etwa dort, wo früher die Quelle entsprang.
Die lokalen Priester hängen nicht zwingend der Meinung an, dass die Erde aus dem genannten Loch Heilkräfte besitzt und füllen dieses immer wieder auf, wenn es leer ist. Jedenfalls werden jährlich nahezu 30 Tonnen Erde verbraucht, die in den nahegelegenen Bergen abgebaut wird. Dennoch kommen die Pilger weiterhin in Scharen und sind überzeugt, dass sich das Loch immer wieder von selbst auf wunderbare Weise mit Erde fülle.

Lit.: Hendrickson, Brett: The Healing Power of the Santuario de Chimayó: Americaʼs Miraculous Church. NYU Press, 2017.

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