Samhain

Auch Samain oder Samuin („Vereinigung“), keltisches Fest am Beginn der dunklen Jahreszeit am Vorabend des 1. November, eines der vier großen Ereignisse im Jahreskreis der Kelten.
In dieser Nacht hielten die Kelten die Grenze zur Anderswelt, zur Welt der Toten, für besonders durchlässig. Die Tore zur Unterwelt würden sich öffnen und deren Bewohner den Lebenden erscheinen, um sich mit ihnen zu verbinden.
Zu S. wurde Cromm Cruach, dem Totengott der Kelten, das Opfer der Erstgeborenen dargebracht, weil es im keltischen Verständnis die Götter der Unterwelt waren, die der Welt der Sterblichen Fruchtbarkeit verliehen, weshalb man sie gebührend ehren musste.
Zudem wurden verschiedene Bräuche und Rituale abgehalten, z.B. das „Fest von Tara“, bei dem ein großes Feuer entzündet wurde, welches die bösen Geister der Unterwelt fernhalten sollte. Zur Reinigung schritten Menschen wie Tiere durch das S.-Feuer. Den Verstorbenen pflegte man kleine Gaben auf die Gräber zu legen. Der Brauch des Verkleidens geschah vermutlich aus Furcht vor etwaigen Besuchern aus der Anderswelt.
Zwischen dem 7. und 9. Jh. n. Chr. wandelte sich das Fest von S. zu > Halloween.

Lit.: Clarus, Ingeborg: Keltische Mythen: Zeugnisse aus einer anderen Welt. Augsburg: Bechtermünz, 1997.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.