Sambation

Auch Sabbation, mythischer Fluss, hinter den die zehn verlorenen Stämme Israels vom Assyrerkönig Salmanassar V. vertrieben worden seien. Der jüdischen Legende zufolge hatte dieser Fluss die Eigenschaft, am Sabbat zu ruhen (vielleicht stammt daher sein Name), während er an den übrigen sechs Tagen eine so starke Strömung aufwies, dass er Steine und Sand mit sich führte. Der jüdisch-hellenistische Historiker Flavius Josephus, der den S. zwischen Arkea im Nordlibanon und Rhaphanaia in Syrien lokalisierte, beschreibt seinen Lauf genau umgekehrt: An Werktagen sei sein Bett ausgetrocknet, am Sabbat hingegen fließe das Wasser. In nachtalmudischer Zeit (ab ca. 7. Jh. n. Chr.) wurden diese Vorstellungen legendarisch erweitert, weil die messianische Zeit mit der Erwartung einer Rückkehr der zehn Stämme verbunden war.

Lit.: Weil, Shalva: Beyond the Sabatyon: The Myth of the Ten Tribes. Tel Aviv, 1991.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.