Salemer Hexenverfolgung

Ende des 17. Jh. wurde die Stadt Salem Village (heute Danvers) in Massachusetts, USA, zum Schauplatz berüchtigter Hexenprozesse. Die Geisteswelt des Puritanismus, die von großer Angst vor dem Teufel geprägt war, bildete in der Zeit von 1688-1700 den idealen Nährboden für umfangreiche Verfolgungen, angeheizt nicht zuletzt durch die Predigten und Schriften des Theologen Cotton Mather (1665-1728), so z.B. durch sein Buch The Wonders of the Invisible World (1693). Die Diffamierungen nahmen ungeahnte Ausmaße an und kosteten vielen unschuldigen Opfern das Leben. Noch im selben Jahr ordnete der Gouverneur die Freilassung aller Inhaftierten an. Er stützte sich auf das Gutachten eines holländischen Pfarrers, in dem die Hexenprozesse scharf verurteilt wurden.
Als bemerkenswertes Dokument in diesem Zusammenhang gilt die Abbitte und Schulderklärung der Richter und Geschworenen nach Beendigung der Prozesse. Einige von ihnen erklärten öffentlich und schriftlich, dass sie durch Vortäuschung falscher Tatsachen geblendet worden seien und die Opfer, deren Angehörige und die überlebenden Beschuldigten um Verzeihung bitten würden.
Nach der Wende zum 18. Jh. galt der Hexenglaube in der Neuen Welt als weitgehend überwunden.
Die Ereignisse von S. wurden mehrfach literarisch bearbeitet, z.B. in dem bekannten Schauspiel
The Crucible (Hexenjagd, 1954) des amerikanischen Dramatikers Arthur Miller. > Good, Sarah.

Lit.: Herget, Winfried (Hrsg.): Die Salemer Hexenverfolgungen. Trier: WVT Wiss. Verlag, 1994.
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