Salbei

(Bot. Salvia officinalis, von lat. salvare, heilen; salvus, gesund), im Volksmund auch „Königssalbei“ genannt, wird der Gattung der Lippenblütler (Lamiaceae) zugerechnet und gilt als alte Heilpflanze. Der deutsche Weltgeistliche Konrad von Megenberg (1309-1374) und Verfasser von 22 lateinischen Schriften hagiographischen, theologischen und moralphilosophischen Inhalts schreibt dazu: „Daz kraut haizet auch ambrosia deorum (Götterspeise)“.
Welch hohes Ansehen S. in der Alten Welt genoss, kommt in dem Spruch zum Ausdruck: „Cur moriatur homo, cui Salvia crescit in hort?“ („Wie kann ein Mensch sterben, in dessen Garten Salbei wächst?“).
In der Neuen Welt wird S. vor allem unter den nordamerikanischen Indianern bei Reinigungsriten verwendet, dient aber ebenso für Heilrituale.
Der eigentümlich aromatische Duft der Pflanze machte sie in der Magie zu einem dämonenbannenden Mittel.

Lit.: Stoll, Clemens: Salbei in der Literatur des Altertums. Ein pharmako-botanischer Beitrag zur Geschichte einer Heilpflanze, in: Werner Dressendörfer/Wolf-Dieter Müller-Jahncke (Hrsg.): Orbis pictus: Kultur- und pharmaziehistorische Studien. Frankfurt a.M.: Govi-Verlag, 1985, S. 273-283.
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