(* Um 1564 Burgos/Spanien; † 1635 Madrid), Kirchenrechtler, Priester, Inquisitor.
1611 wurde S. nach Zugarramundi/Navarra geschickt, um die dortigen Hexenverfolgungen zu untersuchen, weil der Verdacht im Raum stand, dass die lokalen Behörden ihre Kompetenzen überschritten. Sein sorgfältiges Vorgehen bei den Hexenprozessen und vor der Gerichtsbarkeit brachte ihm großen Respekt ein. 1618 wirkte S. als Inquisitor von Murcia und von 1619 bis 1622 in Valencia. 1631 wurde er Mitglied des Obersten Rates der Inquisition. Im Laufe der Zeit entwickelte er sich innerhalb der Spanischen Inquisition zu einem Kritiker der Hexenverfolgung. Obwohl S. die prinzipielle Macht des Teufels nicht in Frage stellte, wies er in den Hexenprozessen doch auf Unzulänglichkeiten bei der Beweisführung hin. Sein 1614 veröffentlichtes Memorandum hatte zur Folge, dass die Spanische Inquisition die Hexenverfolgung praktisch einstellte.
Lit.: Henningsen, Gustav (Hrsg.): The Salazar Documents: Inquisitor Alonso de Salazar Frías and Others on the Basque Witch Persecution. Leiden: Brill, 2004.