Vertreter aus der Amphibienordnung der Schwanzlurche. Die Bezeichnung S. wurde in die moderne zoologische Nomenklatur durch Carl von Linné eingeführt, der dabei auf einen bereits in der Antike und im frühen Mittelalter gebräuchlichen Namen zurückgriff.
Der halb-mythologische S. geht vermutlich auf den Feuersalamander zurück, dem zahlreiche besondere Eigenschaften zugeschrieben wurden, z.B. seine angeblich extreme Giftigkeit und die Fähigkeit, Feuer zum Erlöschen zu bringen. Später war sogar die Rede davon, dass er im Feuer seinen eigentlichen Lebensraum habe. So sagt Augustinus im 21. Kapitel seines Hauptwerkes De civitate Dei, dass „seine Natur diesem Element angepasst“ sei.
Während der von Aristoteles und seinem Schüler Theophrastus geteilte Glaube an die Feuerfestigkeit des S.s. bis in die Neuzeit nachwirkte und auch der römische Schriftsteller Plinius im zehnten Buch seiner Historia naturalis dieser Ansicht noch zustimmte, lässt diesere im weiteren Verlauf seine Zweifel durchblicken, wenn er schreibt: „Er ist so kalt, dass er wie Eis durch bloße Berührung das Feuer auslöscht. … Unter allen giftigen Tieren ist der S. das größte Scheusal. … Wenn begründet wäre, was die Magier vorgeben, dass sie gewisse Teile des Salamanders als Mittel gegen die Feuersbrünste vorschlagen, weil er das einzige Tier ist, welches Feuer auslöscht, so würde Rom längst einen solchen Versuch gemacht haben…“
Der Physiologus, ein mittelalterliches Naturkundebuch, stellt sogar einen religiösen Bezug her, wenn es dort, in Anlehnung an das biblische Beispiel der drei Jünglinge im Feuerofen, heißt: „Und wenn der Salamander das Feuer auslöscht kraft seiner eigentümlichen Art, um wieviel mehr ziemt es sich, dass die Gerechten, die da wandeln auf dem Pfad der Gerechtigkeit, auch das Feuer auslöschen und dem Löwen den Rachen stopfen…“
Marco Polo stellte die Behauptung auf, dass der S. kein Tier sei, sondern eine Substanz. Nach der alten Vorstellung der vier Elemente glaubte man, dass es Tiere der Erde, des Wassers und der Luft gebe. Also müsse es auch Tiere des Feuers geben.
In der Darstellung variiert die Form des S.s. von einem Wurm über eine Schlange bis zu eidechsenartigen Wesen. Sogar Bezüge zum Drachen und dem mythischen Bildsymbol des Ouroboros wurden hergestellt. Dabei zählt er aufgrund seiner realen Existenz nicht zu den eigentlichen Fabeltieren, im Volksglauben werden ihm jedoch magische und übernatürliche Kräfte zugeschrieben.
Da der S., wie erwähnt, für seine Giftigkeit bekannt war, fand er häufig Verwendung bei Zaubereien und Mordversuchen. In der Giftauswahl stand er unmittelbar neben dem hochgiftigen Schierling. Auch in die Volksmedizin erhielt er Eingang. So wurde er generell als Schutz vor Krankheit, Seuchen und Unglück angesehen, ebenso als Wetterprophet.
Einerseits für ein dämonisches Tier gehalten, galt er andererseits als Seelentier, sogar als heiliges Tier. In der christlichen Kunst steht er für die Qual der Armen Seelen im Fegefeuer. Die mittelalterliche Symbolik als Teufelstier wiederum erklärt sein Auftreten unter den Monstern und Fratzengebilden bei romanischen und gotischen Kirchen.
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