Sainte-Béatrix, Sr.

Sachverhalt: Schwester Sainte-Beatrix wurde 1862 als Rosalie Vildier geboren und lebte zur Zeit ihrer Heilung am 31. August 1904, im Alter von 42 Jahren, in Evreux (Frankreich).
Von 1894 an erfuhr die Gesundheit der damals 32-jährigen Schwester durch eine Kehlkopfentzündung einen drastischen Einbruch. Nach wiederholten Gewebsuntersuchungen lautete die Diagnose: unheilbares Leiden, vermutlich tuberkulöse Kehlkopf- und Luftröhrenentzündung. Von 1896 bis zur Pilgerfahrt nach Lourdes Ende August 1904 traten die Symptome ‒ allgemeine Schwäche, Stimmverlust, Husten mit blutigem und eitrigem Auswurf ‒ immer stärker hervor, was die ärztliche Diagnose einer Tuberkulose untermauerte. Am Morgen der Ankunft der Diözesanwallfahrt von Evreux, am 31. August 1904, fühlte sich Sr. Sainte-Beatrix nach dem Eintauchen in das Wasser der Bäder wie verwandelt. Zwei Tage später wurde sie im Medizinischen Ärztebüro untersucht. Die Ärzte konnten weder im Rachen noch im Brustbereich Anomalien feststellen. Im Jahr darauf kehrte sie nach Lourdes zurück, um der Jungfrau Maria zu danken. Als sie neuerlich in die Bäder stieg, wurde sie auch von der Sehschwäche geheilt, an der sie seit 15 Jahren gelitten hatte.
Medizinisches Gutachten:
Diagnose: Kehlkopfentzündung (vermutlich tuberkulös).

Prognose: Keine Aussicht auf Heilung und Lebensgefahr (infaust quoad valetudinem et vitam).
Therapie: Unwirksam.
Art der Heilung: Plötzlich, vollständig und dauerhaft, medizinisch nicht erklärbar.
Kirchliche Approbation:
Da die plötzliche Gesundung nicht natürlich zu erklären war, wurde die Heilung von Sr. Sainte-Beatrix nach der positiven Beurteilung seitens der kanonischen Kommission am 25. März 1908 durch Bischof Philippe Meunier von Evreux als Wunder anerkannt.

Lit.: Resch, Andreas: Die Wunder von Lourdes (Reihe R; 5). Resch: Innsbruck, 22015.
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