Saint-Hilaire, Sr.

Sachverhalt: Schwester Saint-Hilaire wurde 1865 als Lucie Jupin geboren und war zur Zeit der Heilung am 20. August 1904, im Alter von 39 Jahren, Oberin der Kongregation des hl. Joseph von Clairvaux im Kloster von Peyreleau (Frankreich).
Lucie Jupin, die bei ihrem Eintritt in das Kloster den Namen Sr. Saint-Hilaire erhielt, erkrankte im August 1903 an einer Magen-Darm-Verstimmung, die sich jeder Behandlung widersetzte. Von Woche zu Woche verschlechterte sich ihre Gesundheit und nach einigen Monaten war ihr Zustand bereits chronisch geworden. Im Februar 1904 bildete sich ein Tumor an der rechten Seite, der mit einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes und einer starken Asthenie einherging. In dieser völligen Aussichtslosigkeit setzte sie ihre Hoffnung auf Lourdes. Als Sr. Saint-Hilaire im August 1904 mit der Nationalwallfahrt in Lourdes eintraf, war sie praktisch nur noch Haut und Knochen. Sie wog 42 kg. Am 20. August 1904 brachte man die 39-Jährige im Krankenwagen zur Grotte und tauchte sie in das Wasserbecken. Schon beim ersten Eintauchen fühlte sie sich von neuem Leben beseelt und verspürte wieder Appetit. Dennoch brauchte sie einige Stunden, um wirklich zu begreifen, dass sie geheilt war, und um dies am 22. August im Ärztebüro zu melden, wo man eine außerordentliche, medizinisch nicht erklärbare Heilung feststellte. Nach der Rückkehr in ihre Ordensgemeinschaft nahm sie das normale Leben als Ordensfrau wieder auf und kam zum Zeichen des Dankes mit der Wallfahrt von Rodez noch mehrmals nach Lourdes.
Medizinisches Gutachten:
Diagnose: Darmkrebs.

Prognose: Keine Aussicht auf Heilung und Lebensgefahr (infaust quoad valetudinem et vitam).
Therapie: Unwirksam.
Art der Heilung: Plötzlich, vollständig und dauerhaft, medizinisch nicht erklärbar.
Kirchliche Approbation:
Nach einem umfassenden kanonischen Verfahren wurde die Heilung von Sr. Saint-Hilaire am 10. Mai 1908 durch Bischof Charles de Ligonnes von Rodez als Wunder anerkannt.

Lit.: Resch, Andreas: Die Wunder von Lourdes (Reihe R; 5). Resch: Innsbruck, 22015.
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