Sai Baba von Shirdi

(*1838/1856 Hyderabad, † 15.10.1918), indischer Yogi und Mystiker, lebte in der Moschee von Shirdi, daher auch Shirdi-Baba genannt. Sein Geburtsjahr ist nur ungefähr erschlossen aus der Zeit seines ersten Auftretens. Über seine Jugendjahre ist nichts bekannt, auch nicht sein Familienname. Mit acht Jahren verließ er seine angebliche Brahmanenfamilie und schloss sich einem moslemischen Lehrer an. Nach dessen Tod folgte er einem hinduistischen Guru namens Venkusa. Als 16-Jähriger tauchte er in Shirdi ‒ bei Mumbai im ostindischen Staat Maharashtra ‒ auf wo er unter einem Margosabaum (Niembaum, Azadirachta indica) lebte. Ein Priester eines örtlichen Tempels nannte ihn mit dem Ehrentitel „Sai“ (Heiliger); vom Volk wurde er nahezu göttlich verehrt. 1886 fiel S. in einen dreitägigen samadhi-Bewusstseinszustand. Meher Baba verbrachte einige Zeit bei Sai Baba und bei einem seiner Anhänger, Sri Upasani Baba. Sri Sathya Sai Baba betrachtete sich später selbst als eine Reinkarnation von Sai Baba, ebenso Bala Sai Baba. Heilungen durch vibhuti (heilige Asche) wurden ihm nachgesagt, ebenso außergewöhnliche Fähigkeiten.

Lit.: Osborne, Arthur: The Incredible Sai Baba. New Delhi, 1957; Sham Rao, D.P.: Five Contemporary Gurus in the Shirdi (Sai Baba) Tradition. Madras, 1972; Nannen, Henri (Hrsg.): Die himmlischen Verführer. Hamburg, 1979; Lechner-Knecht, Sigrid/Rainer Seemann: Sai Baba, Gottmensch-Wundermann. Mit einem Vorw. v. Dina Rees. Göttingen: Verlag Michael Hesemann, 1987; Rigopoulos, Antonio: The Life and Teachings of Sai Baba of Shirdi. State University of New York Press, 1993; Parthasarathy, Rangaswami: God Who Walked On Earth. The Life and Times of Shirdi Sai Baba. Sterling Publishing, 1997.

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