Sacratus

Auch Liber sacratus oder Liber sacer, ein Salomon bzw. einem gewissen Honorius von Theben zugeschriebenes Zauberbuch, weshalb es auch als Schwurbuch des Honorius tituliert wird. Die lange Einleitung hat offenbar die Funktion einer Apologie der Magie. Der zum Großteil ungeordnet präsentierte Inhalt enthält Gebete in unverständlichen Sprachen, die möglicherweise Verstümmelungen des Chaldäischen bzw. Hebräischen sind. Detailliert ausgearbeitete Beschreibungen bieten Anleitungen zur Herstellung und zum Gebrauch von Siegeln, Proportionen von magischen Kreisen, zur Einteilung in Segmente und Zuordnung von Namen und Symbolen. Eine Passage befasst sich mit den drei Arten der Geisterbeschwörung, wobei zwischen einer heidnischen, jüdischen und christlichen Methode unterschieden wird. Alle drei hatten das Ziel, das Böse mit ihren magischen Kräften zu unterjochen. So wird berichtet, dass die Heiden den Naturgeistern zwar opferten, diese aber nicht beherrschen konnten. Die Juden waren auch wenig erfolgreich. Nur Christus sei imstande gewesen, die Geister wirklich zu bezwingen.

Lit.: Habiger-Tuczay, Christa: Magie und Magier im Mittelalter. München: Diederichs, 1992.
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