Sabier

Eine im 12./13. Jh. untergegangene Religionsgemeinschaft, die im Südosten der heutigen Türkei und in den benachbarten Gebieten des heutigen Syrien und Libanon beheimatet war. Ihr Kult beruhte offenbar auf der Verehrung der Gestirne mit der babylonischen Mondgottheit Sin als Hauptgott. Es scheint eine Verwandtschaft mit den babylonisch-chaldäischen Gestirnkulten bestanden zu haben. Den Namen S. nahmen die Mitglieder der Gemeinschaft erst an, als sie vor die Alternative gestellt wurden, sich entweder zum Islam zu bekennen oder als Heiden behandelt zu werden. Als „Sabier“ oder „Sabäer“ galten sie als Anhänger eines sabäisch-jemenitischen Gestirnkultes, der offensichtlich laut Koran geduldet war. Muslimische und christliche Autoren behaupteten, dass die S. den Teufel anbeten würden, weshalb sie zunehmend unter Druck gerieten und letztlich in der Gemeinschaft der Shamsi-Alawiten aufgingen. > Sabäismus.

Lit.: Chwolson, Daniel: Die Ssabier und der Ssabismus. 2 Bde. Petersburg, 1856.

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