Sabäismus

Auch Zabäismus (semit. zaba, himmlische Heerscharen), Verehrung der Gestirne als Verkörperung oder Sitz göttlicher Macht. Seine früheste Ausprägung wurde von dem Historiker Henry Layard den Assyrern zugewiesen, in deren Reliefdarstellungen häufig Sonne, Mond, Venus und die Plejaden vorkommen. In unmittelbarem Zusammenhang damit stehe auch die Personifikation der genannten Hauptgestirne in allen frühen semitischen und indoeuropäischen Religionen. Späte Formen des S. sollen sich im 12./13. Jh. noch in Mesopotamien gezeigt haben.
Der S. war vermutlich die Grundlage für noch heute existierende astrologische Vorstellungen ebenso wie für die erst in römischer Zeit übliche Zuordnung von nicht kosmischen Gottheiten und Sagengestalten aus dem indograecischen Pantheon zu Gestirnen (z.B. Hermes zu Merkur, Zeus zu Jupiter usw.).

Lit.: Layard, Austen Henry: Ninive und seine Überreste. Leipzig: Dyk, 1854.
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